Nostalgie und Pep im Konzertsaal der Hochschule der Künste: Morgen singen,
tanzen und spielen die "Berliner Chorfreunde" (einer von insgesamt rund 600 Chören
im sangesfreudigen Berlin) in Alt-Berliner Kostümen. Motto: "Berlin - einst und jetzt".
Walter Kollo, Paul Linckes "Berliner Luft", Güntter Neumanns "Insulaner"-Song "Sehn Se,
das ist Berlin". Otto Reutters "Gewissenhafter Maurer".
Ein bunter Bilderbogen, über 30 Spree-Athener Hits - mit einem ganz besonderen Bonbon:
Eine weißhaarige alte Dame wird Ehrengast des Nachmittags sein - die Komponistin
Gertrud Freska (92). Ihr Schunkellied - "Mein Freund hat eine Zille" ist das
Markenzeichen der berlinischen Abende des Chores. Gertrud Freska, Witwe des
Max-Reinhard-Theaterdichters Friedrich Freska und Tochter des einstigen "Berliner
Königs des Okarina", ist lebendige Altberliner Musiktradition und eine Art
Maskottchen für die Chorfreunde-Truppe.
Doch das Repertoire besteht nicht nur aus Berliner Oldies. Marek Bobéth (58),
Pianist, Musikhochschuldozent und seit der Chorgründung (1977) dessen Leiter, weiß:
"Musik kennt keine'Fremden' - ausländisches Liedgut in der Orginalsprache gehört dazu!"
Man probt israelische, irische und südslawische Folklore. Weitere Glanzpunkte im
Programm: Chormusik der Romantik und Sakral-Klassisches, z.B. Schuberts C-Dur-Messe.
Sie singen in Kirchen, in der Philharmonie oder in Senioren- und Behindertenheimen.
Im April gibt's ein Gastspiel in Norddeutschland.
"Trau dich - sing mit uns!" ist das Motto des Chorfeunde-Vereins. "Bisher sind wir
60 Mitglieder", sagt die Vorsitzende, Marianne Bartel. "Sekretärinnen und Lehrer,
BVGler und Krankenschwestern - Newcomer sehr erwünscht!" Jedermann kann sich checken
lassen und mitmachen.
Bernd Juds